Du warst brav. Lang genug.
Du trägst Verantwortung, entscheidest, führst. Doch vor deiner Mutter, deinem Partner, deinem Chef schrumpfst du zusammen.
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Kommt dir das bekannt vor
Du weißt, was du willst. Und tust es nicht.
Du willst dich trennen. Seit drei Jahren. Nachts liegst du wach. Du denkst nicht: Ich gehe. Du denkst: Dann bin ich die, die die Familie zerstört hat.
Dein Chef nervt dich seit Monaten. Im Meeting schweigst du. Abends erzählst du zum vierten Mal derselben Freundin davon.
Du wartest auf einen Antrag, der nicht kommt. Nachfragen? Nein, das wirkt bedürftig.
Es ist immer dasselbe. Du weißt, was du willst. Du nimmst es dir vor. Und du tust es nicht, weil du dir ausmalst, wie es für andere wäre, wenn du es tust.
Was es nicht ist
Das ist kein Selbstwertproblem.
Ein Vertrag, den ein sechsjähriges Mädchen geschlossen hat.
Ein Kind kann nicht gehen. Es ist körperlich und existenziell auf die Menschen angewiesen, bei denen es lebt. Deshalb stellt es früh eine Rechnung auf: Wie muss ich sein, damit ich hier sicher bin?
Die Antworten, die Mädchen darauf finden, ähneln sich: Ich bin sicher, wenn ich mich anpasse. Wenn ich keine Umstände mache. Wenn ich merke, wie es Mama geht, bevor sie es sagt. Wenn ich klein bleibe.
Diese Rechnung war richtig. Sie war keine Fehleinschätzung. Sie hat funktioniert. Das Problem ist nicht, dass du falsch gerechnet hast. Das Problem ist, dass niemand die Rechnung je neu aufgemacht hat.
Du bist erwachsen. Du kannst gehen. Du bist auf niemanden mehr existenziell angewiesen. Aber in dir läuft dieser Vertrag weiter. Und das Mädchen wurde nie darüber informiert, dass er abgelaufen ist.
Wohin das führt
Irgendwann triffst du die Entscheidung
Manche Frauen gehen. Manche bleiben, aber zum ersten Mal, weil sie es wollen, nicht weil sie sich nicht trauen. Von außen wirkt das gleich, von innen ist es das Gegenteil.
- Du sagst Nein, ohne den Satz tagelang zu proben.
- Du rechtfertigst dich nicht mehr und fragst nicht meher um Erlaubnis.
- Du fährst weg, ohne alles zu organisieren, dass niemand dich vermisst.
- Und wenn jemand enttäuscht ist, dann ist eben jemand enttäuscht. Das hälst du aus.
Das ist der eigentliche Unterschied. Nicht, dass niemand mehr enttäuscht wäre, sondern dass du aufhörst, deine Entscheidungen davon abhängig zu machen.
Über mich
Yvonne Dewies
Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie. Früher war ich in einer Welt zu Hause, in der Darstellung zählte: Gestaltung, Sprache, überzeugendes Auftreten. Heute interessiert mich das Gegenteil. Nicht die Fassade. Sondern das, was dahinter weiterläuft, obwohl außen längst alles funktioniert.
Ich arbeite mit Frauen, die Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen und Menschen führen. Und die trotzdem bei ihrem Partner oder ihren Eltern wieder klein werden.
Wir arbeiten nicht am Verhalten, sondern an der Wurzel: an der Rolle, die du als Kind übernommen hast, an den Prägungen deiner Herkunftsfamilie und an Mustern, die manchmal über dieses Leben hinausreichen.
Klientinnen
Was Frauen danach sagen.
Das Buch für Patchworker
Hinweis:
Das Buch ist während meiner Zeit als Patchworkfamilien-Beraterin entstanden. Es ist weiterhin erhältlich und kann wie gewohnt erworben werden. Bitte beachte jedoch, dass ich keine Patchworkfamilien-Beratung mehr anbiete.
Vielen Dank für dein Verständnis und das Vertrauen in meine Produkte!




