Breathwork als Vollmondritual: Von der ersten Erfahrung zur tiefgreifenden Praxis

Regelmäßige Atemübungen senken nachweislich den Cortisolspiegel. Studien* zeigen: Bereits 45 Minuten bewusste, verbundene Atmung können den Stresshormonspiegel signifikant reduzieren. Schon 5 bis 10 Minuten gezieltes Atmen reichen aus, um Stress abzubauen – ohne Medikamente, ohne Hilfsmittel, nur mit deinem Atem.

Vor drei Jahren hörte ich zum ersten Mal von Breathwork. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie suchte ich stets nach Methoden, die kopflastigen Menschen helfen, über den Körper Zugang zu unbewussten Prozessen zu finden. Meine Neugier war sofort geweckt. Doch was ich damals nicht ahnte: Meine erste Erfahrung würde mich tief erschüttern und ein Thema ans Licht bringen, dem ich mich stellen musste.

Wenn der Atem das Unbewusste öffnet

Meine erste Breathwork-Session war eine intensive Reise. Schon nach wenigen Minuten verkrampfte sich mein Körper, ein starkes Kribbeln durchzog mich, und mein unterer Rücken schmerzte so heftig, dass ich den merkwürdigen Wunsch verspürte, mein Steiß möge brechen, damit sich der Schmerz löst. Ich verstand nicht, was geschah, doch die erfahrene Begleiterin ermutigte mich: „Atme weiter. Gib dich dem Atem hin. “

Dann tauchten Bilder auf, die meisten aus früheren Inkarnationen.  Plötzlich hatte ich das Gefühl, nicht nur für mich zu atmen, sondern für alle Frauen meiner Familie – für meine Großmütter, für Ahninnen, die Gewalt erfahren hatten. Es war, als würde mein Atem alte Traumata aufnehmen und transformieren. Ich weinte viel, Tränen für einen Schmerz, der nicht nur meiner war. Die Begleiterin half mir, weiterzuatmen und loszulassen. Alles, was sich in mir angestaut hatte, durfte ich dem Atem übergeben.

Diese Befreiung geschah nicht in einer einzigen Sitzung. Erst nach vier intensiven Sessions spürte ich, wie sich die tiefen Schichten zu lösen begannen. Diese Erfahrung veränderte mich. Ich beschloss mich zur Breathwork-Therapeutin ausbilden zu lassen. Mein Ziel war es, Menschen vor und nach einer Session professionell zu begleiten.

Warum der Vollmond die ideale Bühne bietet

Frauen sind lunare Wesen, und so lag es nahe, Breathwork als Vollmondritual zu gestalten. Diese Kombination ist besonders kraftvoll. Viele Menschen berichten, dass sie bei Vollmond intensiver träumen und fühlen oder schlechter schlafen. Auch wenn die direkte Wirkung des Mondes wissenschaftlich umstritten ist, zeigen biologische Prozesse oft zyklische Muster, die an den Mond erinnern.

Die Energie des Vollmonds

Spirituelle Traditionen schreiben dem Vollmond eine besondere Kraft zu. Sein Licht soll innere Energien verstärken und verborgene Aspekte des Unterbewusstseins ans Licht bringen. Diese Phase gilt als:

Moment der Vollendung: Projekte und emotionale Prozesse erreichen ihren Höhepunkt.

Phase der Klarheit: Verborgene Themen werden sichtbar – im Positiven wie im Herausfordernden.

Zeit der Loslösung: Alte Muster und Blockaden lassen sich leichter transformieren.

Was beim Breathwork geschieht

Breathwork ist mehr als tiefes Atmen. Es löst komplexe physiologische und neurologische Prozesse aus:

Biochemische Veränderungen: Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte im Blut verschieben sich, Endorphine werden freigesetzt, der pH-Wert reguliert sich.

Nervensystem-Aktivierung: Der Parasympathikus wird stimuliert, der Sympathikus beruhigt, der Vagusnerv aktiviert – Entspannung breitet sich aus.

Bewusstseinsveränderung: Du erhältst Zugang zu unbewussten Bereichen, deine Gehirnwellen verändern sich, und deine Neuroplastizität steigt.

Emotionale und spirituelle Dimensionen

Breathwork kann tiefgreifende emotionale Erlebnisse auslösen:

  • Unterdrückte Gefühle kommen an die Oberfläche.
  • Energetische Blockaden lösen sich.
  • Ein Gefühl von Einheit und Verbundenheit entsteht.
  • Kreative und intuitive Einsichten zeigen sich.

Die Synergie von Mond und Atem

Die Verbindung von Vollmond und Breathwork verstärkt die Wirkung beider Elemente:

Erhöhte Empfänglichkeit: Die Sensibilität während des Vollmonds macht uns offener für die Veränderungen, die Breathwork bewirkt.

Natürliche Verstärkung: Emotionale Intensität und Intuition vertiefen sich durch gezielte Atemtechniken.

Der Vollmond markiert den Höhepunkt eines Zyklus – danach nimmt er ab. Diese Phase eignet sich ideal, um alte Muster loszulassen. Der Mond beleuchtet die dunklen, verdrängten Bereiche: unverarbeitete Erfahrungen, unterdrückte Gefühle, blockierende Gedanken. Der Atem hilft, all das loszulassen und Platz für Neues zu schaffen.

Transformation erleben

Ob du an die energetische Kraft des Mondes glaubst oder nur die wissenschaftlich belegten Effekte der Atemarbeit nutzen möchtest – die Kombination bietet einen kraftvollen Rahmen für persönliche Veränderung. In einer Zeit, in der wir oft von natürlichen Rhythmen abgeschnitten sind, ermöglicht das Vollmond-Breathwork, sich wieder mit den Zyklen des Lebens zu verbinden.

Vielleicht möchtest du bei meiner nächsten Vollmond-Session dabei sein. Die Energie des Vollmonds wirkt drei Tage lang. Du kannst online via Zoom oder vor Ort auf meinem Hof teilnehmen. Oder du suchst dir eine Breathwork-Session in deiner Nähe. Wichtig ist, dass du dich gut begleiten lässt. Denn manchmal öffnen sich Themen, die eine sorgfältige Nachsorge erfordern – mindestens so wichtig wie die Session selbst.

Quelle:

*https://cyprusjmedsci.com/articles/the-effect-of-breathing-exercise-on-stress-hormones/doi/cjms.2021.2020.2390